Cashflow und Firmenwert

Cashflow und Firmenwert

Cashflow und Firmenwert sind Grössen, die in enger Beziehung zueinander stehen. Die Discounted-Cashflow-Methode als wohl anerkanntester Ansatz der Unternehmenswertung basiert auf künftigen Geldüberschüssen, die diskontiert werden. Warum wird auf den Geldfluss so hohes Gewicht gelegt? Weshalb wird angenommen, dass Cashflow und Firmenwert so stark korrelieren?

Weniger Spielraum

Der Cashflow steht in Konkurrenz zu anderen Ertragsgrössen wie Bruttogewinn, EBITDA, EBIT und Reingewinn. Der Vorzug des Cashflows liegt darin, dass er nicht manipuliert werden kann. Er berechnet sich aus den realen Zahlungsströmen der Firma. Die anderen Grössen sind mit Vorsicht zu geniessen, da sie von der Bilanzpolitik des Unternehmens abhängen. Firmen können stille Reserven, Rückstellungen und Abschreibungen als Instrumente nutzen, um die Höhe des Gewinns zu beeinflussen. Folglich wird der Cashflow von vielen als die "objektivere" Ertragszahl betrachtet.

Sicht des Investors

Die Unternehmensbewertung wird von der Investorenperspektive geprägt. Die Rendite steht im Zentrum des Interesses: Wie viel Geld kann die Firma an mich ausschütten? Der Cashflow ist geeigneter, um diese Frage zu beantworten. Er zeigt an, wie sich die Liquidität der Firma entwickelt und wofür sie eingesetzt wird bzw. eingesetzt werden kann. Dies sei anhand eines Beispiels illustriert. Ein Produktionsunternehmen hat in einem Jahr einen Umsatz von CHF 6 Millionen und einen Gewinn vor Abschreibungen, Steuern und Finanzaufwand (EBITDA) in Höhe von CHF 450'000 erzielt. Im betreffenden Jahr musste eine Maschine mit einem Gegenwert von CHF 300'000 ersetzt werden. Im EBITDA wird dieser Umstand nicht abgebildet, da es sich um keinen erfolgswirksamen Vorgang handelt. Im Cashflow werden diese Investitionskosten berücksichtigt, so dass er tiefer ausfällt als der EBITDA. Die Firma hat folglich weniger neue Mittel generiert, die an den Inhaber ausgeschüttet werden können.

Finanzierung

Der Marktwert eines Unternehmens hängt auch davon ab, dass der Käufer den Preis refinanzieren kann. Da ab einer gewissen Firmengrösse praktisch immer eine Fremdfinanzierung ins Spiel kommt, haben Banken ein gewichtiges Wort mitzureden. Diese werden aber nur einen Firmenkauf finanzieren, wenn Verzinsung und Tilgung innerhalb von 4 bis 6 Jahren absehbar ist. Hierfür wird eine Liquiditätsplanung benötigt, d.h. eine Planung der Cashflows über die nächsten Jahre. Dieser Sachzwang führt dazu, dass der Verkaufspreis und somit der Unternehmenswert durch die künftigen Cashflows determiniert wird.

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