Unternehmer mit Burn-out: Was tun?

Unternehmer mit Burn-out: Was tun?

Die Mehrheit der Firmeninhaber sind nicht nur Eigner, sondern auch als Geschäftsführer tätig. Sie geniessen und wertschätzen die Freiheit und die Bereicherung, die mit der Selbständigkeit einhergeht. Allerdings ist es auch oft so, dass man sich als geschäftsführender Inhaber „selbst“ und „ständig“ um etwas kümmern muss. Die Verantwortung lastet auf den Schultern des Inhabers. Dies führt zu Stress, was wiederum zu einem Unternehmer mit Burn-out führen kann.

Eine Firma mit einem ausgebrannten Inhaber und Geschäftsführer ist mittel- und langfristig dem Untergang geweiht. Selbst wenn der Unternehmer sich vorausschauend mit einem kompetenten, selbständigen Team umgeben hat: Früher oder später wird er sich in den Firmenalltag einschalten und aktiv werden müssen. Andernfalls wird die Firma darunter leiden.

Natürlich kann man als Unternehmer sich mal Urlaub gönnen. Aber bei einem Burn-out kann es durchaus sein, dass man den Tapetenwechsel gar nicht richtig geniessen kann. Vor allem dann, wenn man per Mail und Telefon ständig erreichbar sein muss und das Unternehmen aus der Ferne managt.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung

Wenn man ein Burn-out erlitten hat, besteht der erste Schritt darin, sich dies einzugestehen. Gerade Unternehmern fällt dies schwer, da damit ein soziales Stigma verbunden ist. Oft braucht es auch eine gewisse Zeit, bis man als Betroffener den Zusammenhang zwischen der allgemeinen Lebenssituation und den Erschöpfungssymptomen erkennt.

Verantwortung abgeben

Was soll man als Unternehmer mit Burn-out tun? Die Glücklichen, die Zeit und Geld in den Aufbau eines fähigen Stellvertreters investiert haben, können nun die Früchte dieser Bemühungen ernten. Ein Burn-out ist ein Ernstfall, bei dem der Stellvertreter seine Eignung unter Beweis stellen kann. Übergeben Sie ihm mehr Verantwortung und gönnen Sie sich selbst mehr Freiraum. Dasselbe gilt auch für die übrigen Mitarbeiter. Sie werden den Vertrauensbeweis schätzen und sich mit Höchstleistungen bedanken (die auch entsprechend belohnt werden sollten). Die Übergabe von Verantwortung und die bessere Verteilung des Know-Hows ist übrigens eine erstklassige Art, sich auf den Unternehmensverkauf vorzubereiten. Ein KMU mit selbständigen Mitarbeitern und einem fähigen Geschäftsführer erzielt eine höhere Unternehmensbewertung als eine Firma, die bis in alle Ecken und Enden vom Inhaber administriert wird.

Wenn Sie keine „rechte Hand“ aufgebaut haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dies zu tun.

Prozesse optimieren

Das Burn-out bildet auch eine Gelegenheit, mal wieder den Betrieb aus der Vogelperspektive zu analysieren. Welche Prozesse kann man effizienter gestalten? Wo muss sich der Geschäftsführer wirklich einschalten und was kann delegiert werden? Können Aufgaben ausgelagert werden? Gibt es Geschäftsbereiche, bei denen der Ertrag den Aufwand nicht mehr rechtfertigt und die eingestellt oder verkauft werden sollten? Diese Fragen sollten man sich stellen. Dies mit dem Ziel vor Augen, sich selbst als verantwortliche Person von Nebenschauplätzen zu entlasten und sich nur mit Kernaufgaben zu beschäftigen.

Firma verkaufen

Falls die genannten Massnahmen keine Entlastung bringen, sollte man den Firmenverkauf als Option erwägen. Es gibt kein Gesetz, das den Unternehmer zwingt, bis zur Pensionierung zu arbeiten. Ausserdem bestehen gute Chancen, dass man als gestandener Unternehmer auch eine zweite Firma erfolgreich aufbauen kann (nachdem man sich eine Auszeit genommen hat). Vor allem aber ist die Gesundheit als oberstes Gut zu schonen und höher zu gewichten als die eigene Firma, auch wenn viel Herzblut drinsteckt. Machen Sie also sich, Ihrer Familie, Ihren Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Allgemeinheit einen Gefallen und regeln Sie Ihre Nachfolge, wenn Sie ein Unternehmer mit Burn-out sind und alle anderen Optionen versagt haben.

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